F-35


 
F-22

Muster:

 
Der Gewinner des "Joint Strike Fighter" - Programms wird der Jagdbomber der nächsten Jahrzehnte

Land:

 
USA

Hersteller:

 
Lockheed Martin (Tactical Aircraft Systems)
Lockheed Boulevard
Fort Worth, Texas 76108
USA

Phone: 001-817/777-2000
Fax: 001-817/763-4797
 
Allgemeine Angaben:
 
Besatzung: 1
 
Antrieb:
 
1 x Pratt & Whitney F119-PW-100 Turbofan
Schub: 1 x ca. 155 kN maximum. Der Lift-Fan, der bei Allison entwickelt wurde, wird 18500 lbs 82 kN Schub haben

 

Varianten

hier klicken! 3D-Vergleich der Varianten.

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F-35A CTOL conventional takeoff and landing

F-35B STOVL short takeoff and vertical landing

F-35C CV carrier variant

US Airforce

Marines, Royal Navy

US Navy

ersetzt folgende Typen

F-16 Falcon, A-10 Thunderbolt II

Harrier-Varianten, F-18 Hornet, RAF Tornado

F-18 Hornet, F-14 Tomcat, A-6 Intruder

Gemeinsamkeiten

70-90% technische Übereinstimmung; gleiches Triebwerk, gleiche elektronische Ausstattung (Radar, Feuerleitsystem, ...), im wesentlichen gleiches Cockpit - ab 2002 soll es nach jedem Testlauf mehr Übereinstimmung geben als davor.

Unterschiede

Basis-Version, größte Stückzahlen, Exportversion

STOVL-Triebwerk, daher breiterer Rumpf

Träger-tauglich durch stärkeres Fahrwerk; Fanghaken; größere Tragflächen

 

geringere Reichweite, da kleinere Tanks; weniger Nutzlast als A

größere Reichweite und höhere Nutzlast als A

 


Abmessungen:


Länge 15,4 m (CV: 15,5 m)
Spannweite 10,6 m (CV: 13,1 m, 9,1 bei eingeklappten Tragflächen)
Flügelfäche 41,8 m2 oder 50,2 m2 für die Flugzeugträger-Version

Massen:

max Startmasse 27216 kg

Flugleistungen:


Höchstgeschwindigkeit Mach 1.8
Reichweite 1500 km für die US Navy Version

Bewaffnung:

intern:

  • zwei Waffenschächte:
  • 2x 450kg Bomben, z.B. JDAM (Joint Direct Attack Munition) - Präzisionsbombe
  • 2x AIM-120 AMRAAM
  • erweiterte Waffenschächte können auch zwei 900kg Bomben aufnehmen
  • 1x Bordkanone: Mauser 27 mm (nicht in STOVL, externe Kanone in Entwicklung)


extern:

  • Aufhängepunkte unter den Tragflächen (Verlust der Stealth-Eigenschaften)

 

Elektronische Ausstattung:

  • Multifunktions-Radar: Northrup Grumman Advanced Electronically Scanned Array
  • elektronische Gegenmaßnahmen (ECM) von Snader/Litton Amecon
  • elektro-optisches Zielerfassungssystem von Lockheed Martin
  • Nachtsicht-Sensoren: Northrup Grumman Distributed Aperture Infrared Sensor (DAIRS)
  • Helmdisplay von Vision Systems International

 

Das Joint Strike Fighter Programm.

Wie der Name schon sagt ist das Ziel des Programmes die Entwicklung eines "gemeinsamen" Jagdbombers - und zwar für die US Airforce, die Navy, dem Marine Corps und der Royal Navy/Airforce. Die gemeinsame Entwicklung soll sowohl in der Entwicklung, als auch beim späteren Betrieb und der Ausbildung Kosten sparen. Obwohl alle Teilstreitkräfte höchst unterschiedliche Anforderungen an ihr Kampfflugzeug stellen, soll eine technische Übereinstimmung von 70-90% erreicht werden! Da das Marine Corps und die Royal Navy dringend Ersatz für die betagten Harrier benötigt, ist eine Version des Joint Strike Fighters (JSF) ist als Senkrechtstarter konzipiert worden. Die drei entwickelten Varianten werden witer unten beschrieben.

 

Geschichte

Begonnen hat das JSF - Programm mit einer offenen Ausschreibung an alle amerikanischen Hersteller. Boeing und Lockheed Martin erhielten 1996 den Auftrag parallel und unabhängig von einander je drei Prototypen (Airforce, Navy, Marines) zu entwickeln. Im Jahr 2000 hebten die Flugzeuge zum ersten Mal ab - intensive Flugversuche mit allen sechs Prototypen folgten.  

die Rivalen. Boeing X-32 und Lockheed Martin X-35

 
Im Oktober 2001 wurde dem Paket von Lockheed Martin und seinen Partnern der Vorzug gegeben. Ein schwerer Schlag für Boeing. Gründe für diese Entscheidung sind wohl das neuartige Triebwerkskonzept der STOVL-Variante und Lockheeds Erfahrungen mit der F22 (vielleicht auch die Ästhetik?). Nach weiteren Erprobungen und Nachbesserungen werden nun 22 Vorserienmodelle gebaut. 14 flugfähige Prototypen (5 CTOL, 4 CV, 5 STOVL, siehe Varianten unten) und 6 "Bodenmodelle". Etwa 2006 soll die Serienfertigung und die Pilotenumschulung beginnen. 2007/8 sollen dann die ersten Flugzeuge in Dienst gestellt werden.

 

Das JSF - Entwicklungsteam.

Neben Lockheed Martin sind auch Northrop Grumman, BAE Systems, Rolls Royce, General Electric und Pratt & Whitney an der Entwicklung der F-35 beteiligt.  

 

First-Day-Of-War Operations.

Das sind jene Jagdbomber-Einsätze, die bei intakter gegnerischer Luftabwehr geflogen werden müssen. Auch mit feindlichen Jägern ist zu rechnen. Der JSF soll solche Missionen alleine durchführen können.

 

F-35C

 

 

Keine Doppelsitzer.

Interessant ist anzumerken, dass von keiner Version Doppelsitzer geplant sind - und das obwohl die Erfahrungen auf dem Balkan gezeigt haben, dass der Pilot alleine mit den Aufgaben auf einem modernen Konflikt überfordert ist. Dieser Umstand führte immerhin zu einer deutlichen Erhöhung der Bestellungen für Doppelsitzer-Versionen der F-15, F-16, Rafale, des Eurofighters und der Gripen. Wahrscheinlich glaubt man durch umfangreiche Automatisierung das zweite Besatzungsmitglied weitgehend ersetzen zu können.  

 

 

F-35B STOVL - ein revolutionäres Flugzeug

 

Die JSF-Version für das Marine Corps und die Royal Navy ist - wie der Harrier - ein STOVL - Flugzeug. Damit ist der Einsatz von amphibischen Angriffsschiffen, Hubschrauberträgern und unbefestigten Feldflugplätzen aus möglich. Erreicht werden die STOVL - Eigenschaften durch folgende Modifikationen des P&W F119 Triebwerkes: - Der Triebwerksauslass lässt sich nach   unten schwenken - damit werden 80kN   Aufwärtsschub im Heck erreicht. - Hinter dem Cockpit befindet sich das   patentierte Hubtriebwerk von Allison,   das durch die Hauptwelle des   Haupttriebwerkes angetrieben wird   (Shaft Driven Lift Fan). Dadurch werden   vorne weitere 82 kN Schub erreicht.
Das patentierte Triebwerkssystem war der Match-Winner bei der JSF-Entscheidung
 

Wie beim Harrier sind mit geringerer Nutzlast sind auch vertikale Starts möglich (VTOL). Trotz dieser Fähigkeiten erreicht die F-35B angeblich die gleiche Höchstgeschwindigkeit wie die anderen Varianten. Das von BAE Systems und Rolls Royce entwickelte System orientiert sich interessanterweise an der Yak-41 - dem geplanten STOVL - Überschall - Nachfolger der Yak-38 Forger der russischen Marine. Durch die STOVL - Eigenschaften wird eine erheblich geringere Reichweite und Nutzlast in Kauf genommen. Trotzdem hat die F-35B die doppelte Reichweite eines Harriers! Aus Platzgründen ist kein internes Bordgeschütz vorgesehen und die Luftbetankungssonde wurde versetzt.  

 

 

Die F-35B im Trägereinsatz.

Die F-35B ist ein Überschall-STOVL-Flugzeug mit Stealth-Eigenschaften und der doppelten Reichweite eines SeaHarriers. Außerdem verfügt sie über modernste Elektronik. Ein solches Flugzeug verstärkt die Kampfkraft eines STOVL/Helikopterträgers enorm! Staaten wie Großbritannien, Italien, Spanien, Indien und Thailand können mit dem JSF und ihren leichten Trägern schlagfertige Trägerverbände aufbauen.  

Halbschwestern - die spanische Pricipe de Asturias und die Chakri Naruebet aus Thailand. Je sechs AV-8 Harrier II sind derzeit Standard.



Die ohnehin kampfstarken amphibischen Angriffstruppen der US Marines erlangen durch die F-35B völlig neue Möglichkeiten. Sie können bald auch ohne eigenen Flugzeugträger operieren. Der leichte Mehrzweck-Träger wird - noch mehr als bisher - zur einer wertvollen Einheit für westliche Seestreitkräfte. Er kann Truppen transportieren, amphibische Angriffe durchführen, weite Seegebiete kontrollieren, Luftunterstützung geben, Luftangriffe starten und Verbände gegen Flugzeuge, Schiffe und U-Boote abschirmen.

 

Die F-35 - das Kampflugzeug der nächsten Jahrzehnte.

 

Das Joint Strike Fighter Programm ist das größte Kampfflugzeug-Projekt der Geschichte. Eine Übersicht über die künftigen Abnehmer und Betreiber des Fighters gibt folgende Aufstellung:

F-35A CTOL 

- US Airforce: 1763 - Niederlande: 85 (ca.2010; 5,5 Mrd EUR) - Kanada: Ersatz für 80 F-18, ca. 2013 Potentielle Kunden sind alle F-16 und F-18 Nutzer. Speziell Belgien, Norwegen, Dänemark, die Türkei, Singapur und Israel haben Interesse bekundet. erwarteter Stückpreis: 28 Mio USD*  

F-35B STOVL 

- US Marine Corps: 609 - Royal Navy: 60 - die Royal Airforce: etwa 90 (ersetzt die RAF ihre Tornados tatsächlich mit der STOVL-Variante ?) Potentielle Kunden sind die Staaten, die gerade SeaHarrier von leichten Trägern aus einsetzen, also z.B. Italien, Spanien, Indien und Tailand. Die Kampfkraft eines solchen Trägers vervielfacht sich beachtlich! erwarteter Stückpreis: 35 Mio USD*  

F-35C CV 
- US Navy: 480 Potentieller Kunde ist die Royal Navy, wenn nämlich die geplanten Flugzeugträger nicht als STOVL-Träger gebaut werden. erwarteter Stückpreis: 38 Mio USD*

Das sind alleine 2852 Fluzeuge für die US Streitkräfte! Von der F-16 - deren Nachfolger die F-35 darstellt - sind etwa 2000 Maschinen für die USA gebaut worden. Weitere 2000 sind in 19 Ländern der Welt im Einsatz. Und die Auftragsbücher sind immer noch voll!
*) Stückpreise: Wenn die STOVL Version tatsächlich 50 Mio kostet, die CTOL-Version 40 Mio und die CV-Version etwas mehr als 40 Mio, gilt das in US Regierungskreisen als "success story"!

 

Bilder zur F-35