A400M


 
A400M

Muster:

 
Taktischer Militärtransporter mit großer Reichweite

Länder, die am A400M-Projekt beteiligt sind:

 
Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Türkei, Großbritannien

Hersteller:

 
Airbus Military Company
17 Avenue Didier Daurat
31707 Blagnac Cedex
France
 
Airbus Military Company (AMC) wurde offiziell im Januar 1999 gegründet. Größter Anteilseigner ist Airbus selbst. Den Rest halten EADS (Aérospatiale Matra, Dasa and CASA), Alenia Aerospazio (Finmeccanica), BAE Systems, Flabel (Belgien) und Tusas Aerospace Industries (TAI, Türkei).
 
Allgemeine Angaben:
 
Besatzung: 2 (+ Loadmaster)
Fracht: Alle Arten von Fracht
  • 120 Soldaten
  • 9 Standardpaletten
  • andere Lasten bis 37.000 kg

 
Antrieb:

4 x TP400 Turboprops von einem europäischen Konsortium (Rolls-Royce, Snecma, MTU, ITP, FiatAvio und Techspace Aero)
Andere Kandidaten sind das M138 von Turboprop International (Snecma/MTU/ITP/Fiat), das vom M88 abgeleitet wurde oder das BR715TP von BMW Rolls-Royce, das vom BR710 abgeleitet wurde Leistung: 10000 bis 13000 shp Propellerdurchmesser: 5.2 m, acht Blätter
 
Abmessungen:
Länge 42,2 m
Höhe 14,73 m
Spannweite 42,36 m
Flügelfäche 221,5 m2
Frachtraumbreite 4,00 m
Frachtraumhöhe 3,85 m
Frachtraumlänge 17,71 m oder 23,11 m inklusive Rampe
Bodenfläche 92 m2 inklusive Rampe
Frachtraumvolumen 356 m3
Leermasse 63.500 kg
max. logistische Nutzlast 37.000 kg
max. taktische Nutzlast 29.500 kg
max. Startmasse 116.500 kg
Flugleistungen:

Höchstgeschwindigkeit Mach 0.68 bis 0.72
Reichweiten mit 30.000 kg Fracht 4.500 km
Reichweiten mit 20.000 kg Fracht 6.600 km
Verlegung 9.000 km
Reichweite vom A400M

Geschichte

 
Um sicherheitspolitisch geeint und unabhängig von den USA auftreten zu können ist EU-Europa bemüht dem Titel "Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik" auch das entsprechende militärische Rückgrad zu verleihen, die "European Joint Rapid Reaction Forces". Eine der unbedingt notwendigen aber nur kümmerlich vorhandenen Ressourcen um ein Expeditionskorps von EU-Europa aus zum Einsatz bringen zu können ist die Lufttransportkapazität. Die Bemühungen im Rahmen der EURAC aus dem vorhandene das Maximum zu machen, reichen mangels leistungsfähigen Langreichweitentransportern bei weitem nicht aus um "strategische Lifts" durchzuführen. Genauso wenig können die Bemühungen Frankreich und Deutschlands ein "European Air Transport Command" zu schaffen fruchten wenn die materielle Basis nicht vorhanden ist.
Die Antwort auf die Frage wie Europa in Zukunft Truppen in Krisengebiete entsenden soll heißt "A400M". Es war ein langer und schwieriger Weg zum Airbus Transporter. Sowohl England als auch Italien hatten schon begonnen ihre nationalen Bedürfnisse mit amerikanischem Material zu lösen. Italien beschaffte 22 C-130J und rüstet die kleinere G-222 mit amerikanischer Hilfe um, England beschaffte ebenfalls 25 C-130J und spekulierte mit dem Ankauf von bis zu 11 C-17 Transportern und Deutschland spekulierte mit der Antonov An-7X seine Probleme zu lösen. Irgendwie hat man es doch noch geschafft die eigenständigen nationalen Interessen zurückzustellen und hat im Sinne einer gemeinsamen europäischen Lösung entschieden.
Am 27. Juli 2000 wurde auf der Flugshow in Farnborough die Einigung bekannt gegeben, acht Nationen werden für eine Summe von 22,6 Milliarden Euro gemeinsam am A400M entwickeln, produzieren und die notwendige Unterstützung bereitstellen. Für den Anfang haben sich Belgien mit 7, Frankreich mit 50, Deutschland mit 73, Italien mit 16, Spanien mit 27, die Türkei mit 26, England mit 25 und Luxemburg mit einem Flugzeug in die Auftragsbücher geschrieben. Mittelfristig wird bei Airbus mit einem Bedarf von 300 Stück in EU-Europa gerechnet, z.B. ist Portugal noch ein Hoffnungsmarkt. Der Stückpreis pro Flugzeuge soll zwischen 95 und 101 Millionen Euro liegen, die Auslieferungen für diesen Initialauftrag zwischen 2008 und 2016 erfolgen.

 


Aktuell

 
"Startfreigabe" für den Militärtransporter A400M - Betagte Bundeswehr Transall müssen noch bis 2009 auf Ablösung warten Am 18. Dezember 2001 haben die Verteidigungsminister von Belgien, Frankreich, Deutschland, Portugal, Spanien, Türkei und Großbritannien die Regierungsvereinbarung zur Entwicklung und Beschaffung des künftigen militärischen Transportflugzeugs A400M in Brüssel unterzeichnet.
Die acht A400M Programmnationen haben mit den Vereinbarungen die Entwicklung und Beschaffung von insgesamt 196 Transportflugzeugen in Auftrag gegeben. Deutschland will 73 A400M Transportflugzeuge beschaffen. Der für die künftigen Aufgaben der Bundeswehr erforderlichen Lufttransportfähigkeit auf der Mittel- und Langstrecke kommt zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte eine Schlüsselrolle zu. Die A400M-Transportflugzeuge sollen den gestiegenen Anforderungen an den Lufttransport im erweiterten Auftragsspektrum der Streitkräfte gerecht werden. Insbesondere sollen Defizite, die mit den vorhandenen Transportflugzeugen vom Typ C-160 Transall, die bis zu 30 Jahre alt sind, hinsichtlich Nutzlast, Laderaumvolumen, Reichweite, Reisegeschwindigkeit und Überlebensfähigkeit bestehen, abgebaut werden.
Das Management des A400M Programms wird der Rüstungsagentur OCCAR (Organisation Conjointe de Coopération en Matière dŽArmement) übertragen. Der OCCAR-Direktor hat auf dieser Grundlage den Industrievertrag mit Airbus Military Company (AMC) unterzeichnet.
Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie soll einen maßgeblichen Arbeitsanteil an der technologischen Entwicklung und Produktion erhalten. Das Programm biete der europäischen Luftfahrtindustrie zugleich die Chance, auf dem Sektor "Strategische Transportflugzeuge" leistungsfähige Kapazitäten aufzubauen. Es könnte damit nachhaltig zur Konsolidierung und Effektivität der europäischen Luftfahrtindustrie beitragen und die Position von EADS/Airbus auf den Weltmärkten stärken. Das moderne Zweimann-Cockpit zeigt die Verwandschaft mit der zivilen Airbus-Familie.
Cockpit der A400M Im Programm hat Deutschland einen Arbeitsanteil von rund 37 Prozent. Nach Einschätzung von Airbus Deutschland ergibt sich mindestens eine direkte Beschäftigungswirkung von mehr als 3.700 Arbeitsplätzen und zusätzlich eine indirekte Beschäftigungswirkung von mehr als 8.000 Arbeitsplätzen in Deutschland. Insgesamt werden direkt und indirekt bis zu 40.000 Arbeitsplätze in Europa in diesem Hochtechnologiesegment gesichert werden. Der heute unterzeichnete Industrievertrag enthält die von Deutschland nachhaltig geforderten wirtschaftlichen Bedingungen. Bundesminister Rudolf Scharping hat in einer letzten Verhandlungsrunde Anfang Dezember 2001 noch deutliche Verbesserungen erreichen können. Auf dieser Basis betragen die deutschen Vertragsverpflichtungen 6,864 Mrd. EUR zum Preisstand 12/2000, ohne Umsatzsteuer. Daraus ergeben sich Programmkosten in Höhe von 8,517 Mrd. EUR (Preisstand 12/2000) für Deutschland. Somit beläuft sich der gesamte Systempreis pro Flugzeug auf 116,67 Mio. EUR. Dieser beinhaltet neben dem Flugzeug auch den Systemzuschlag, Ausrüstung, Infrastrukturmaßnahmen, Simulatoren, OCCAR-Managementkosten und die Umsatzsteuer. Neben dem Beschaffungspreis sind auch die Betriebskosten über den Lebenszyklus eines solchen Flugzeuges entscheidungsrelevant. So verursacht der Transport 1t/km mit der Transall Kosten von 4,96 DM. Eine Tonne mit der A400M 0,60 DM. Das bedeutet, dass bei Verbesserung von Leistungsfähigkeit, Reichweite, Tragfähigkeit und Beanspruchung der Besatzung erheblich niedrigere Betriebskosten anfallen werden.
Die Bundeswehr soll das erste der 73 A400M-Flugzeuge im Jahre 2009 erhalten. Bis 2016 wird die Gesamtflotte ausgeliefert sein. Die Bundeswehr wird dann einen Flottenmix von 73 A400M und 5 militärischen Landstreckentransportern A-310 (davon 4 Tanker) plus zwei A-310 VIP betreiben.
 

Bild zum A400M